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Wie zitiert man richtig? Vollständige Anleitung mit Beispielen

Niklas Marvin Schneider Richter • 2026-04-21 • Gepruft von Elias Hoffmann

Wer eine Bachelorarbeit schreibt, steht früher oder später vor einer einfachen, aber folgenreichen Frage: Wie zitiert man richtig? Schon ein einziger fehlender Quellenverweis kann als Plagiat gewertet werden – gleichzeitig können falsche Anführungszeichen oder fehlende Seitenzahlen eine ansonsten sorgfältig recherchierte Arbeit entwerten. Dieser Leitfaden zeigt anhand konkreter Beispiele, wie direkte und indirekte Zitate nach den gängigsten Zitierstilen aussehen, welche typischen Fehler drohen und wie sich diese vermeiden lassen.

Gängige Zitierweisen: Deutsche, Harvard, APA, MLA ·
Häufigster Fehler: Fehlende Angabe der Quelle ·
Pflicht bei Zitaten: Anführungszeichen und Quellenverweis ·
Typische Quellen: Bücher, Internet, wiss. Artikel ·
APA-Auflage: 7. Auflage

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Harvard verwendet Doppelpunkt zwischen Jahr und Seitenzahl (Scribbr)
  • APA nutzt Komma und „S.”: (Autor, Jahr, S. XX) (Scribbr)
  • Harvard verzichtet auf Fußnoten vollständig (Studyflix)
2Was unklar ist
  • Regionale Varianten außerhalb Deutschlands nicht einheitlich dokumentiert
  • Aktuelle Updates ab 2024 für APA 7 teilweise noch nicht in allen Uni-Richtlinien reflektiert
  • Vollständige Beispiele für alle Quellentypen (z.B. PDFs, Podcasts) begrenzt verfügbar
3Zeitleisten-Signal
  • APA entwickelt sich seit den 1950er-Jahren als Standard der American Psychological Association (Adobe)
  • Harvard entstand im 20. Jahrhundert als flexibles System ohne zentrale Institution (Scribbr)
4Wie es weitergeht
  • Mehrere Hochschulen legen eigene Harvard-Varianten fest – vor der Abgabe immer die spezifische Institutsrichtlinie prüfen (Adobe)
  • Scribbr hat eine offizielle Harvard-Zitierweise als Referenz erstellt (Scribbr)

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Merkmale der drei gängigsten Zitierstile im Überblick zusammen.

Merkmal Detail
Anführungszeichen „…” für Zitate
Seitenzahl Bei direktem Zitat Pflicht
Indirekt Ohne Anführungszeichen, eigene Formulierung
Literaturverzeichnis Alphabetisch sortiert
Harvard-Systemtyp Autor-Jahr (Gwriters)
APA-Organisation American Psychological Association (Adobe)
Harvard-Organisation Keine einheitliche (Scribbr)
Deutsche Zitierweise Nutzt Fußnoten (Scribbr)

Wie zitiert man richtig? Beispiele

Direktes Zitat Beispiel

Ein direktes Zitat übernimmt den exakten Wortlaut einer Quelle. Kurze Zitate bis etwa drei Zeilen werden in Anführungszeichen gesetzt und direkt im Text eingebettet. Das Muster für den Harvard-Stil lautet: (Autor Jahr: Seitenzahl) – mit Doppelpunkt, nicht mit Komma.

  • Harvard: „Die Harvard Zitierweise ist der weitverbreitetste Zitationsstil” (Günther 2023: 12).
  • APA: „Die Harvard Zitierweise ist der weitverbreitetste Zitationsstil” (Günther, 2023, S. 12).
Der Unterschied zählt

Harvard setzt einen Doppelpunkt zwischen Jahr und Seitenzahl (2023: 12), APA ein Komma mit „S.” (2023, S. 12). Verwechselt man beide, gilt das in den meisten Universitäten als Fehler in der Formalie.

Indirektes Zitat Beispiel

Beim indirekten Zitat gibst du die inhaltliche Aussage in eigenen Worten wieder. Hier entfallen die Anführungszeichen, aber der Quellenverweis bleibt Pflicht. Im Harvard-Stil wird bei indirekten Zitaten oft „vgl.” (vergleiche) vorangestellt: (vgl. Autor Jahr: Seitenzahl).

  • Harvard indirekt: Die Harvard-Zitierweise erfordert den Namen des Autors und das Veröffentlichungsdatum im Textverweis (vgl. Nomos 2022: 5).
  • APA indirekt: Die APA-Zitierweise nutzt ein Komma zwischen Jahr und Seitenzahl (Scribbr, 2022, S. 5).

Zitat innerhalb eines Zitats

Wenn du eine Passage zitieren möchtest, die selbst bereits ein Zitat enthält, verwendest du einfache Anführungszeichen für das innere Zitat. Diese Regel gilt sowohl für Harvard als auch für APA. Das vollständige Original muss dann im Literaturverzeichnis appearieren.

Wichtig zu wissen

Zitate innerhalb von Zitaten solltest du sparsam einsetzen – in Bachelorarbeiten kommen sie selten vor und wirken schnell unübersichtlich. Prüfe vorab, ob das ursprüngliche Zitat wirklich unverzichtbar ist.

Die einzelnen Hochschulen interpretieren den Harvard-Stil unterschiedlich und legen teils eigene Varianten fest. Was als Abweichung in einer Fakultät als Fehler gilt, kann an einer anderen Stelle toleriert werden.

Was sind die wichtigsten Zitierregeln?

Grundregeln für Zitate

Die wichtigste Grundregel lautet: Jede wörtliche Übernahme braucht Anführungszeichen und einen Quellenverweis. Die genaue Schreibweise – einschließlich Kommasetzung, Abkürzungen wie „S.” und die Position der Klammer – richtet sich nach dem gewählten Zitierstil. Eine weitere zentrale Regel betrifft die Genauigkeit: Den exakten Wortlaut und die Originalschreibweise übernehmen, nichts verändern, auch keine Tippfehler.

  • Wörtliche Übernahme = Anführungszeichen + Quellenangabe
  • Eigene Formulierung = keine Anführungszeichen, aber Quellenangabe
  • Seitenzahl immer angeben bei direkten Zitaten

Direkt vs. indirekt

Der Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitieren ist einfach, aber entscheidend: Beim direkten Zitat übernimmst du den Originaltext Wort für Wort, beim indirekten fasst du die Aussage zusammen und formulierst sie eigenständig. Für indirekte Zitate im Harvard-Stil wird „vgl.” verwendet, bei APA entfällt dies meist.

Harvard-Prinzip nicht gleich Harvard-Prinzip ist – die einzelnen Hochschulen interpretieren den Stil unterschiedlich und legen teils eigene Varianten fest.

— Lektorat Masterarbeit (Bildungsplattform für akademisches Schreiben)

Fußnoten und Literaturverzeichnis

Die deutsche Zitierweise nutzt Vollbeleg bei erster Nennung in der Fußnote, danach Kurzbeleg. Harvard und APA arbeiten stattdessen ausschließlich mit Kurzbelegen im Fließtext – ein separates Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit bildet die vollständigen Quellenangaben ab. Das Literaturverzeichnis wird alphabetisch nach Nachnamen sortiert.

Warum das relevant ist

Deutsche Hochschulen erwarten bei der deutschen Zitierweise detaillierte Fußnoten-Einträge, während internationale Studiengänge, die Harvard oder APA nutzen, auf ein umfangreiches Literaturverzeichnis setzen. Mische die Systeme nicht in einer Arbeit.

Die Wahl des Systems hat also direkte Auswirkungen auf den Aufbau der gesamten Arbeit – von den ersten Seiten bis zum Schluss.

Wie zitiert man richtig im Text?

Im Fließtext

Der Harvard-Verweis steht immer direkt im Fließtext, unmittelbar nach dem Zitat oder der paraphrasierten Passage. Die Klammer folgt hinter dem Satzzeichen, aber vor einem eventuellen direkten Zitat innerhalb der Klammer. Bei Autoren mit zwei Namen wird im Harvard-Stil „&” verwendet: (Müller & Meier 2023: 45).

  • Ein Autor: (Schmidt 2020: 23)
  • Zwei Autoren: (Müller & Meier 2020: 23)
  • Drei oder mehr Autoren: (Müller et al. 2020: 23)

Kurzzitate und Blockzitate

Längere Zitate werden als Blockzitat eingerückt und im APA-Stil ohne Anführungszeichen gesetzt. Ab etwa 40 Wörtern empfiehlt sich dieses Format. Das Blockzitat erhält weiterhin den Quellenverweis mit Seitenzahl. Bei mehreren Werken desselben Autors aus demselben Jahr unterscheidet ein Kleinbuchstabe: (Autor 2020a: XX) und (Autor 2020b: XX).

Die Harvard-Zitierweise erfordert in jedem Fall den Namen des Autors und das Veröffentlichungsdatum im Textverweis, unabhängig vom verwendeten Subtyp.

Wie zitiert man richtig Internetquellen?

URLs und Zugriffsdatum

Internetquellen erfordern nach aktuellem Standard die vollständige URL sowie das Zugriffsdatum, da Online-Inhalte sich ändern oder verschwinden können. Das Abrufdatum wird in der Form „Abruf: TT.MM.JJJJ” angegeben. Im Literaturverzeichnis folgt die URL in eckigen Klammern oder als separater Eintrag, je nach gewähltem Zitierstil. Für weitere Informationen und Beispiele, wie man Internetquellen richtig zitiert, finden Sie Mehr auf zeitungjournal.at.

  • Vollständige URL angeben
  • Abrufdatum notieren
  • Bei PDFs: Seitenzahlen des Dokuments verwenden

Online-Artikel und PDFs

Für Online-Artikel gilt dasselbe Muster wie für gedruckte Quellen: Autor, Jahr, Titel, Plattform. Bei PDFs ohne erkennbaren Autor kann der Titel als Startpunkt dienen. Uni-Richtlinien, etwa die PDF-Anleitung der Uni Hamburg zur Harvard-Zitierweise, gelten als zuverlässige akademische Quellen und sollten bevorzugt verwendet werden.

Wir von Scribbr haben eine offizielle Harvard-Zitierweise erstellt, die als Referenz für Studierende dient.

— Scribbr (Bildungsplattform für akademisches Schreiben)

Scribbrs Referenzwerk hat sich an vielen Hochschulen als inoffizieller Standard etabliert, auch wenn keine zentrale Institution den Harvard-Stil verbindlich vorgibt.

Welche Fehler sind beim Zitieren häufig?

Typische Fehlerquellen

Die häufigsten Fehler beim Zitieren betreffen drei Bereiche: fehlende Quellenangaben, falsche Anführungszeichen und fehlende Seitenzahlen. Besonders tückisch ist das Paraphrasieren ohne korrekte Quellenangabe – wenn die eigene Formulierung zu nah am Original bleibt, gilt das als Plagiat, auch wenn eine Quelle irgendwo im Literaturverzeichnis steht.

  • Falsche Anführungszeichen: „…” statt „…” (deutsch) oder “…” (englisch)
  • Fehlende Seitenzahl bei direktem Zitat
  • Plagiat durch mangelhafte Paraphrasierung
  • Unvollständige Literaturverzeichniseinträge
  • Verwechslung von Harvard und APA-Formatierung

Wie man sie vermeidet

Die beste Strategie gegen Zitierfehler ist ein systematischer Workflow: Jedes wörtliche Zitat sofort beim Schreiben mit korrekter Formatierung einfügen, indirekte Zitate mit „vgl.” kennzeichnen und vor der Abgabe das Literaturverzeichnis gegen die Textverweise prüfen. Viele Hochschulen bieten Plagiatsprüfungen an – nutze diese, bevor du einreichst.

Warnung

Ein Plagiat kann zum Ausschluss aus dem Studiengang führen, unabhängig davon, ob es absichtlich oder versehentlich geschah. Die Grenze zwischen Paraphrasierung und Plagiat liegt darin, ob die eigene Formulierung einen echten Erkenntnisgewinn darstellt oder nur den Originaltext umstellt.

Wer die Formatierungsregeln kennt und konsequent anwendet, schützt sich vor dem schwerwiegendsten Vorwurf im akademischen Kontext.

Schritte: Richtig zitieren von Anfang bis Ende

  1. Stil wählen: Prüfe zu Beginn, welcher Zitierstil an deiner Hochschule vorgeschrieben ist – Harvard, APA, Deutsche Zitierweise oder ein hauseigener Leitfaden.
  2. Quelle erfassen: Notiere beim Lesen sofort alle bibliografischen Angaben: Autor, Jahr, Titel, Verlag, Seitenanzahl, URL und Zugriffsdatum.
  3. Zitat typisieren: Entscheide für jedes Zitat, ob es direkt (wörtlich mit Anführungszeichen) oder indirekt (eigene Worte) sein soll.
  4. Formatierung anwenden: Setze den Kurzbeleg direkt im Fließtext nach dem Zitat – beim Harvard-Stil mit Doppelpunkt, bei APA mit Komma und „S.”.
  5. Literaturverzeichnis aufbauen: Sammle alle Quellen alphabetisch nach Nachnamen und prüfe Vollständigkeit der Angaben.
  6. Abgleich durchführen: Vergleiche jeden Kurzbeleg im Text mit dem zugehörigen Eintrag im Literaturverzeichnis.
  7. Plagiatsprüfung: Lasse die fertige Arbeit durch eine Plagiatssoftware laufen, um unabsichtliche Fehler zu finden.

Upsides

  • Klare Nachvollziehbarkeit für Prüfer
  • Vermeidung von Plagiat vor Vorwurf
  • Professionelles Erscheinungsbild der Arbeit
  • Signalisiert wissenschaftliche Sorgfalt

Downsides

  • Zeitaufwand für korrekte Formatierung
  • Komplexität bei gemischten Quellentypen
  • Unterschiedliche Vorgaben je nach Institut

TL;DR: Wer die Interpunktionsregeln zwischen Harvard und APA verwechselt, riskiert in den meisten Universitäten einen Formaliefehler. Prüfe vor jeder Abgabe die spezifische Institutsrichtlinie deiner Hochschule – ein Plagiat kann auch dann vorliegen, wenn die Quelle nur scheinbar korrekt im Literaturverzeichnis steht.

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Häufig gestellte Fragen

Wie zitiert man richtig aus einem Buch?

Bei Büchern gibst du im Kurzbeleg den Nachnamen des Autors, das Erscheinungsjahr und die konkrete Seitenzahl an. Das Format variiert: Harvard nutzt (Autor Jahr: Seitenzahl) mit Doppelpunkt, APA verwendet (Autor, Jahr, S. Seitenzahl) mit Komma. Im Literaturverzeichnis folgen vollständiger Titel, Auflage, Ort und Verlag.

Wie zitiert man richtig Harvard?

Der Harvard-Stil ist ein Autor-Jahr-System ohne Fußnoten. Kurze direkte Zitate werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt, der Kurzbeleg folgt direkt im Fließtext. Indirekte Zitate nutzen „vgl.” als Einleitung. Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch sortiert und enthält alle vollständigen Angaben.

Wie zitiert man richtig APA?

APA verwendet Komma und „S.” zwischen den Angaben: (Autor, Jahr, S. XX). Die American Psychological Association hat einheitliche Regeln veröffentlicht, die strenger sind als bei Harvard. Direkte Zitate nutzen Anführungszeichen, indirekte kommen ohne aus.

Wie zitiert man richtig wissenschaftliche Arbeit?

Wissenschaftliche Arbeiten folgen dem jeweils vorgeschriebenen Zitierstil der Institution. Neben Büchern und Artikeln zählen auch Konferenzbeiträge, Dissertationen und Graue Literatur zu den gängigen Quellen. Jede Quelle braucht einen Kurzbeleg im Text und einen Eintrag im Literaturverzeichnis.

Wie zitiert man richtig Bachelorarbeit?

Bachelorarbeiten nutzen meist Harvard oder APA, seltener die deutsche Zitierweise mit Fußnoten. Der Kurzbeleg steht direkt im Fließtext, auf ein Literaturverzeichnis am Ende wird nicht verzichtet. Prüfe vorab die spezifischen Vorgaben deiner Hochschule und gib bei Masterarbeiten das verwendete Regelwerk im Vorwort an.

Was tun bei mehreren Autoren?

Bei zwei Autoren verbindet Harvard die Namen mit „&”, APA mit „und”. Ab drei Autoren verwenden beide Stile „et al.” (lateinisch für „und andere”). Im Literaturverzeichnis werden bei APA ab sieben Autoren alle Namen aufgeführt, bei Harvard gilt oft bereits ab drei Autoren „et al.”.

Was sollte ein Literaturverzeichnis enthalten?

Das Literaturverzeichnis enthält alle im Text zitierten Quellen in alphabetischer Reihenfolge nach Nachnamen. Notwendige Angaben sind: Nachname, Vorname (Jahr): Titel, Auflage, Ort: Verlag. Bei Online-Quellen kommt die URL und das Abrufdatum hinzu. Jeder Eintrag endet mit einem Punkt.



Niklas Marvin Schneider Richter

Uber den Autor

Niklas Marvin Schneider Richter

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.